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Richard Wagner: Die Walküre

  • Staatsoper Hamburg (map)

Hier sind höhere Mächte am Werk: Siegmund, Sieglinde und Hunding sind als Figuren auf einer überdimensionalen Leuchtplatte ausgeliefert. Wem? Ihrem Schöpfer. Wotan ist im Ersten Aufzug noch unsichtbar, erst später sieht man ihn als Strippenzieher wie in der Truman Show entscheidend, wann sich welche seiner Marionetten überhaupt bewegen darf. Dann hat er die vormals überdimensionale Leuchtplatte auf seinem Basteltisch in realer Größe vor sich. Alle Charaktere sind seine Miniaturfigürchen. Dieser Ring des Nibelungen, 2008 bis 2010 von Regisseur Claus Guth und seinem Bühnen- und Kostümbildner Christian Schmidt für Hamburg erdacht, ist in ihrem Kern eine Laboranordnung. Die politische Fabel um Macht und was sie kostet, wird in der Walküre, die in dieser Spielzeit als autonomes Einzelstück gezeigt wird, aber bereits auf die entscheidende Essenz gebracht: Nicht das Göttliche steht in diesem Ring im Zentrum, sondern der Mensch. Schmidt und Guth plädieren für die reduzierte Strenge. Hat der Mensch überhaupt einen freien Willen? Und, wenn ja, führt der immer in die Katastrophe?

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